Bahnsteig 3/4a, Bahnhof Maastricht

Ein markantes ehemaliges Stellwerk über den Gleisen des Bahnhofs Maastricht, entworfen vom Architekten Sybold van Ravesteyn


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Hoch über den Gleisen des Bahnhofs Maastricht steht ein kleines Gebäude, das sofort ins Auge fällt. Viel Glas, eine schmale Treppe und ein weit vorstehendes Dach. Es handelt sich um Post T, ein ehemaliges Stellwerk aus den Jahren 1932–1933. Der Architekt Sybold van Ravesteyn entwarf es mit einem wichtigen Ziel vor Augen: eine gute Sicht über die Gleise.

Auf Übersichtlichkeit ausgelegt
Van Ravesteyn entwarf verschiedene Gebäude für die niederländische Eisenbahn, darunter Bahnhöfe und Stellwerke. Zwischen den Gleisen in Maastricht war nur wenig Platz. Deshalb steht Post T auf zwei schmalen Betonpfeilern, wobei sich der Arbeitsbereich hoch über dem Boden befindet.

Das oberste Stockwerk besteht fast vollständig aus Glas. Hier arbeitete der Signalwärter und hatte freien Blick über die Gleise. Die schwere Anlage zur Steuerung von Signalen und Weichen wurde direkt unterhalb des Arbeitsbereichs untergebracht.

Ein Design voller cleverer Details
Nahezu jeder Bestandteil von Post T erfüllt eine Funktion. Das breite Dach hielt störendes Sonnenlicht ab, sodass die Sicht aus dem Arbeitsbereich erhalten blieb. Die runden Fenster sorgten für Tageslicht und ließen den unteren Teil des Gebäudes optisch weniger massiv wirken. Die schmale Metalltreppe ermöglichte es, auf engstem Raum nach oben zu gelangen.

Unter dem verglasten Arbeitsbereich befand sich eine Signalanlage mit einem Gewicht von etwa 10.000 Kilogramm. Ein beachtliches Gewicht für ein so schmales Gebäude. Die stabile Betonkonstruktion musste dieses Gewicht tragen können.

Erhalten über den Gleisen
Im Jahr 1985 verlor Post T seine wichtigste Funktion als Stellwerk. Das Gebäude blieb erhalten und wurde 2003 restauriert. Dadurch ist dieses besondere Beispiel der Eisenbahnarchitektur von Sybold van Ravesteyn noch immer am Bahnhof Maastricht zu sehen.

Wissenswertes
In den 1990er Jahren erhielt der ehemalige Arbeitsraum vorübergehend eine ganz andere Funktion. Der Maastrichter Künstler Paul Tieman nutzte Post T eine Zeit lang als Atelier, hoch über den Gleisen.